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von Milena (Miles) Wendt

Unser letztes Wochenende vor den Sommerferien wurde vom Graffiti-Künstler Julian Höret begleitet. Wir konnten uns in einem Medium ausprobieren, welches vielen noch nicht bekannt war und dank Julians Anleitung schnell eigene Motive und Schriftzüge selbst an die Wand bringen.

Julian hat uns viel über die Geschichte, die verschiedenen Stile und Kultur des Graffitisprayens erzählt. Graffiti ist ursprünglich eine illegale und kriminalisierte Kunstform. Das heißt, sie taucht an Orten auf, die man eigentlich nicht betreten, geschweige denn (um-)gestalten darf. Bei uns blieb aber alles im genehmigten und legalen Rahmen an der Rückwand unseres Workshop-Raums der GRIPS Box.

Schnell wurde es praktisch und ausgerüstet mit Schutzanzügen, Atemschutzmasken und Handschuhen wurden die Farbdosen für zwei Minuten geschüttelt und dann bereits die ersten Versuche und Linien gesprayt. Dabei konnten wir gleich ausprobieren, was Julian uns über die verschiedenen Caps (die Aufsätze auf den Farbdosen) und Can Control (die Handhabung der Dose) erzählt hat. Je nachdem wie nah dran oder weit weg man an der Wand steht, wird die Linie schmaler oder breiter oder auch schärfer bzw. verschwommener.

Und auch die Auswahl des Caps ist wichtig, je nachdem, ob man eine Fläche ausfüllen oder nur eine einzelne Linie sprayen möchte. Anders als beim Zeichnen auf dem Papier, arbeitet man bei Graffiti mit dem ganzen Körper und nicht nur aus dem Handgelenk heraus – die Fläche des Kunstwerks an der Wand ist ja auch viel größer!

Nach einer stärkenden Mittagspause ging es dann daran unsere eigenen Motive zu entwerfen. Julian hat uns verschiedene Techniken erklärt, wie man Schriftzüge in verschiedenen Fonts (Schriftarten) oder mit Effekten gestaltet. Außerdem hat uns Julian spontan eine kurze Führung über das Gelände der GRIPS Box gegeben und uns die verschiedenen Stile und Künstler*innen gezeigt. So konnten wir nochmal ganz neue Dinge entdecken an einem Ort, an dem wir eigentlich schon oft waren.

Ein wichtiger Aspekt der Graffiti-Kultur ist der Respekt gegenüber den anderen Künstler*innen und dass man keine Motive von erfahreneren Artists übersprüht.

Bei uns Anfänger*innen war das eher ein gemeinsames Aushandeln, wer welchen Platz an der Wand bekommt und darauf zu achten nicht aus Versehen in das Kunstwerk einer anderen Person zu sprayen. Aber auch das Achten aufeinander und gegenseitige Hilfestellungen oder Feedback.

So entstanden gemeinsame Kunstwerke, politische und persönliche Botschaften und Schriftzüge, sowie verschiedene Motive.

Es war ein buntes Wochenende voll kreativem Ausdruck und wir bedanken uns bei allen, die das möglich gemacht haben!

Fotos: Ruth Hundsdoerfer (berlin acts: kultur pr)

Autor

groendahl@gripswerke.de

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